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Liszt: Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur

Franz Liszt

* 22. Oktober 1811 in Raiding (Burgenland), † 31. Juli 1886 in Bayreuth

Klavierkonzert Nr. 2 A-Dur

Entstehung: 1839, bis 1861 mehrfach umgearbeitet
Widmung: Hans Bronsart von Schellendorf
Uraufführung: 7. Januar 1857 in Weimar, Dirigent: Franz Liszt, Klavier: Hans Bronsart von Schellendorf
Erstdruck: 1863
Spieldauer: Ca. 22 Minuten

 

Liszt – das ist doch dieser Virtuose, der mozartgleich durch ganz Europa reiste, um sein phänomenales Können zu präsentieren. Der Lebemann, der Komponist, der all sein Schaffen einem Ziel unterordnete: Jedes Werk möge den Solisten im besten Licht erschei- nen lassen. Gewiss gibt es auch in seinem 2. Klavierkonzert Passagen dieser Art. Doch der Liszt, der uns hier begegnet, ist zugleich ein anderer: Ein Lyriker, ein Romantiker. Es sind die empfindsamen Seiten seiner Natur, die hier zum Vorschein kommen.

Sechs in einander fließende Abschnitte sind so eng miteinander verwoben, dass man letztlich auch von einem einzigen langen Satz sprechen kann. Wieder einmal wird hier deutlich: Ohne Liszt ist die orchestrale Klangmalerei der Spätromantik kaum vorstellbar. Differenziert, voll, aber nie schwülstig-überbordend werden die Instrumentengruppen mit einander verwoben. Liszt und sein Schwiegersohn Richard Wagner haben sich darin wohl gegenseitig beeinflusst. Richard Strauss und Gustav Mahler haben sich deren Klangmalerei später zum Vorbild genommen und weiterentwickelt. Liszt wählt für den Beginn ein langsames Adagio-Thema. Zuerst von den Holzbläsern im gemessenen Dreiertakt vorgetragen, taucht es in zahllosen Variationen immer wieder auf. Will uns Liszt, der Begründer der Programmmusik, mit diesem Thema etwas erzählen? Mitunter wird dieses Klavierkonzert als „symphonische Dichtung ohne Programm“ bezeichnet. Angenommen, dies ist eine treffende Beschreibung – was genau will Liszt dann ausdrücken?

Hören wir noch einmal genau hin: Das harmonisch klug gearbeitet Hauptthema hat mit seiner chromatisch absteigenden Oberstimme einen aus der Musikgeschichte (vor allem aus der Romantik) bekannten Charakter: Den der Sehnsucht. Und was geschieht nun im Weiteren? Die eindrucksvollsten, zartesten Momente erreicht das Werk, wenn sich Klavier und Solo-Cello zur Zwiesprache einfinden. Es folgen immer wieder wilde Ausbrüche, auch das Hauptthema erklingt zwischendurch kraftvoll, nahezu triumphierend im flotten Tempo. Doch was im Ohr bleibt, ist das Zarte. Klavier und Cello – oder wer mag: das Männliche und das Weibliche – finden in dieser musikalischen Seelenreise immer wieder zueinander. Also mit einem Wort: Es ist die Liebe, von der uns Liszt hier erzählen will. Der Liszt, für den manche Frau ihren Ehemann verließ.