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Mendelssohn: Symphonie Nr. 3 „Schottische“

Die Entstehungsgeschichte der „Schottischen“ Symphonie von Felix Mendelssohn Bartholdy erstreckt sich über einen Zeitraum von dreizehn Jahren und führte den jungen Komponisten durch ganz Europa. Seine erste Bildungsreise startete er im April 1829 nach London, von wo aus es Ende Juli nach Schottland weiterging. Hier notierte Mendelssohn erste Inspirationen zur „Schottischen“ Symphonie. Auch unternahm er eine stürmische überfahrt mit dem Dampfschiff zur Insel Staffa mit der schon damals als Touristenattraktion berühmten Fingalshöhle, der er in seiner „Hebriden“-Ouvertüre ein klingendes Denkmal setzte. Im nächsten Jahr standen die kulturellen Zentren österreichs und Italiens auf dem Programm. In Rom vollendete Mendelssohn seine „Hebriden“-Ouvertüre, stellte aber zugunsten der „Italienischen“ Symphonie die Arbeit an der „Schottischen“ zurück. Nach längeren Aufenthalten in der Schweiz, in Frankreich und in London trat er dann im
Oktober 1833 seine erste feste Anstellung als Musikdirektor in Düsseldorf an, und 1835 wurde ihm die Leitung des Leipziger Gewandhaus-Orchesters übertragen. Dort, in Leipzig, wurde dann Anfang der vierziger Jahre die „Schottische“ Symphonie fertig gestellt und am 3. März 1842 unter Leitung ihres Komponisten im Gewandhaus uraufgeführt.

Die „Schottische“ Symphonie fängt die Stimmungen und Eindrücke ein, die Mendelssohn bei seinen Aufenthalten in Schottland bewegten. Besonders der Kopfsatz scheint von der herben Landschaft und dem rauen Klima Schottlands sowie dem Erlebnis der stürmischen überfahrt nach Staffa 1829 geprägt zu sein. In starkem Kontrast dazu zieht das wie alle anderen Sätze nahtlos an den vorhergehenden anschließende Scherzo (Vivace non troppo) mit seinem lebendigen Hauptthema der Klarinette wie eine Erinnerung an ein fröhliches, ausgelassenes Fest an uns vorüber. Das Adagio lebt von seinem ernsten Hauptthema, das zu sehr dramatischen, spannungsreichen Höhepunkten geführt wird, dem aber auch ein zuversichtlicheres, versöhnlicheres Thema gegenübergestellt ist. Das Finale
ist geprägt von einem wilden, erregten Thema, das an die ursprüngliche überschrift dieses Satzes („kriegerisch“) gemahnt, und einem Seitenthema mit flehender Geste. Am Schluss des Finales tritt eine überraschende Wendung ein: Eine „Schlachtenmusik“ beschließt das Werk nach allen Niederlagen doch noch siegreich in A-Dur.

 

Jakob Ludwig Felix Mendelssohn Bartholdy

* 3. Februar 1809 in Hamburg
4. November 1847 in Leipzig

Symphonie Nr. 3 a-Moll op. 56 („Schottische“ Symphonie)

Entstehung  Begonnen im Juli 1829 in schottland, vollendet am 20. Januar 1842 in Leipzig
Uraufführung  3. März 1842, Leipzig, Gewandhausorchester, Leitung: Felix Mendelssohn Bartholdy
Erstdruck  Breitkopf & Härtel, Leipzig 1842
Spieldauer  Ca. 38 Minuten