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Mozart: Sinfonia Concertante

Die Sinfonia concertante in Es-Dur schrieb der Salzburger Komponist Wolfgang Amadeus Mozart im Spätsommer 1779. Mitte Januar war Mozart von einem längeren Aufenthalt in Paris zurückgekehrt. Bald mehrten sich die Spannungen mit seinem obersten Dienstherrn, dem Salzburger Fürsterzbischof Colloredo. Den endgültigen Bruch im Mai 1781 nutzte Mozart, ein für allemal der provinziellen Enge Salzburgs zu entfliehen und nach Wien überzusiedeln.

Obwohl Mozarts Hauptinstrument das Klavier war, hatte er bei seinem Vater auch gründlichen Unterricht im Violinspiel erhalten und bis 1779 schon seine fünf Violinkonzerte und die sechs Sonaten für Klavier und Violine komponiert. Als er die Sinfonia concertante KV 364 schrieb, verfügte er also über umfangreiche Erfahrungen. Neu war jedoch für einen Salzburger Komponisten die Form, die barocke Traditionen des Concerto grosso mit Elementen der Sinfonie und des Solo-Konzerts verbindet. Die Anregung zu dem Werk hatte Mozart vermutlich in Paris erhalten, wo sich die Gattung der Sinfonia concertante – neben Mannheim und London – großer Beliebtheit erfreute.

Die Sinfonia concertante für Violine, Viola und Orchester beginnt mit einer festlichen, dem Charakter der Tonart Es-Dur angemessenen Einleitung. Danach setzen die beiden Soloinstrumente mit einer langen Trillerkette fast unmerklich ein. Im weiteren Verlauf des Werks verwendet Mozart immer wieder barocke Techniken wie Kanon und Echoeffekte, die besonders deutlich in den von Mozart komponierten Kadenzen zum ersten und zweiten Satz hörbar werden. Eine Besonderheit dieser Sinfonia concertante ist die Anweisung „accordata in tono più alto“ für die Viola, also die Höherstimmung um einen halben Ton, wodurch die Spannung der Saiten erhöht wird und diese einen brillanteren Klang erzeugen. Vielleicht befürchtete Mozart, die Viola hätte sich sonst klanglich gegen die Violine nicht genug behaupten können. Der Instrumentationseffekt muss ihn jedoch überzeugt haben, denn kurz nach Fertigstellung der Sinfonia concertante KV 364 verwendete Mozart ihn auch in seiner Fragment gebliebenen Sinfonia concertante für Violine, Viola, Violoncello und Orchester.

 

Wolfgang Amadeus Mozart

* 27. Januar 1756 in Salzburg
5. Dezember 1791 in Wien

Sinfonia Concertante Es-Dur KV 364

Entstehung  Sommer 1779 in Salzburg
Erstdruck  Verlag J. André, Offenbach 1802
Spieldauer  Ca. 29 minuten