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Martinů: Sinfonia concertante Nr. 2

Als um die Mitte des 19. Jahrhunderts immer mehr Komponisten die Traditionen ihrer Heimat als Grundlage ihrer Musik heranzogen, bildete sich auch in Böhmen eine nationale Schule heraus, die durch Bedrich Smetana und Antonín Dvořák schnell weltberühmt wurde. Sie ist geprägt von einer Verankerung in der Volksmusik, einem tänzerischen Charakter, großer Spielfreude und einem Festhalten am schönen Klang. Diese Traditionen der böhmischen Musik wurden auch im 20. Jahrhundert weitergeführt. In einer Zeit, in der Arnold Schönberg die Zwölftonmusik entwickelte, komponierte Leoš Janáček seine großen tschechischen Nationalopern, und in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Komponisten mit elektronischer Musik, serieller Schreibweise und dem Zufallsprinzip experimentierten, schrieb Bohuslav Martinů die beiden Werke des heutigen Abends.

Die Sinfonia concertante komponierte Martinů 1949 noch im amerikanischen Exil, bevor er 1953 nach Europa zurückkehrte. Die Parallelen zu der Sinfonia concertante Joseph Haydns sind evident, was sich nicht nur in der Wahl derselben Solo-Instrumente zeigt. Das abwechslungsreiche Werk besticht durch Motorik, für die die Brandenburgischen Konzerte Johann Sebastian Bachs Pate gestanden haben könnten, aber auch durch lyrische Passagen im Zusammenspiel von Solisten und Orchester. Die Sinfonia concertante ist Maja Sacher gewidmet, der Ehefrau des Schweizer Dirigenten und bedeutenden Mäzens Paul Sacher, der auch Martinů in dessen letzten Lebensjahren großzügig unterstützte.

 

Bohuslav Martinů

* 8. Dezember 1890 in Polička in Ostböhmen
 28. August 1959 in Liestal bei Basel

Sinfonia concertante Nr. 2 H 322

Entstehung  1949
Widmung  Maja Sacher gewidmet
Erstdruck  Boosey & Hawkes, New York 1951
Spieldauer  Ca. 20 Minuten