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Mahler: „Todtenfeier“
 

An der Wiederentdeckung der symphonischen Dichtung Todtenfeier von Gustav Mahler, die 1888 vollendet wurde, war Peter Ruzicka maßgeblich beteiligt. Es handelt sich dabei um die Urfassung des 1. Satzes der 2. Symphonie. Berühmt geworden ist die Anekdote, dass sein Mentor, der bedeutende Dirigent Hans von Bülow, nachdem ihm Mahler die „Todtenfeier“ am Klavier vorspielte, fassungs- und ratlos geäußert haben soll: „Wenn das noch Musik ist, dann verstehe ich nichts mehr von Musik“. Diese scharfe und vernichtende Kritik stürzte Mahler in eine schwere Schaffenskrise. Erst 1893 nahm er die Arbeit wieder auf und überarbeitete den ersten Satz. Die entscheidende Inspiration für die Vollendung des Werkes erhielt Mahler jedoch bei der Beerdigungsfeier Hans von Bülows 1894 in Hamburg. Das Gedicht „Die Auferstehung“ von Friedrich Klopstock inspirierte ihn zu dem monumentalen Schlusssatz mit Chor. Leonard Bernstein schrieb in der Einleitung zur Gesamteinspielung der Mahlersymphonien: „Alle Symphonien von Mahler handeln von Mahler“. Dies trifft in besonderem Maße auf die „Auferstehungs-Symphonie“ zu, geht es doch hier um den inneren Kampf Mahlers um und mit seiner Berufung als Komponist. Der Tod von drei Familienangehörigen im Jahre 1889 hatte Mahler seelisch schwer belastet: Am 18.2. starb sein Vater, am 27.10. die älteste Schwester und am 11.10. seine geliebte Mutter. Die konkrete Erfahrung der Endlichkeit des Lebens war für Mahler unerträglich. Erst die Vision, dass das künstlerische Werk die Endlichkeit des menschlichen Lebens transzendieren kann, entfesselte bei Mahler unerhörte Schaffenskräfte. Mit 85 –90 Minuten Länge ist die 2. Symphonie eines der längsten Werke im Schaffen Mahlers und gehört überhaupt zu den längsten Symphonien der gesamten Musikgeschichte.