

Seine ersten Symphonien schrieb Haydn um 1758. Gerade hatte er, nachdem er sich nach der Ausbildung als Sängerknabe am Wiener Stephansdom als Musiker durchgeschlagen und Unterricht bei dem italienischen Gesangspädagogen Nicola Porpora genommen hatte, im Alter von 25 Jahren seine erste feste Anstellung als Musikdirektor beim böhmischen Grafen Morzin auf Schloss Lukavec bei Pilsen angetreten. Ende 1760 trat er dann seine Stellung bei der Fürstenfamilie Eszterházy an, die er bis zu seiner Pensionierung 30 Jahre später innehaben sollte. Ob Haydns vierte Symphonie noch für den Grafen Morzin oder schon für Fürst Eszterházy komponiert wurde, ist nicht bekannt. Wahrscheinlich wurde sie vor 1762 geschrieben. Auf jeden Fall ist sie ein typisches Produkt ihrer Zeit, was sich zeigt an der Orchesterbesetzung mit Oboen, Hörnern, Fagott und Streichern, den drei Sätzen nach dem Formschema der barocken italienischen Opern-Sinfonia, dem serenadenartigen Andante, der Spieldauer von lediglich 15 Minuten sowie dem Menuett anstelle eines schnellen Finalsatzes. [Dr. Wolfgang Doebel]
Franz Joseph Haydn
* 31. März 1732 in Rohrau an der Leitha/ Niederösterreich
† 31. Mai 1809 in Wien
Symphonie Nr. 4 D-Dur
Entstehung vor 1762
Besetzung 2 Oboen, Fagott, 2 Hörner, Streicher
Uraufführung Datum unbekannt
Erstdruck Breitkopf & Härtel, Leipzig (Im Rahmen der ersten Haydn-Gesamtausgabe)
Spieldauer Ca. 18 Minuten