

Die Ballettmusik zu Shakespeares Liebesdrama Romeo und Julia entstand im Frühjahr und Sommer 1935 und drückt in ihrer melodischen Intensität, Klarheit und dem Ausdruck großer Gefühle Prokofieffs neue Ästhetik besonders rein aus. Da aber eine Aufführung zunächst nicht möglich war, stellte Prokofieff aus den insgesamt 52 Nummern der Ballettmusik 1935/1936 zwei Suiten zusammen und veröffentlichte außerdem 1937 zehn Sätze in einer Klavierfassung, um die Musik dem Publikum vorzustellen und für sein Ballett zu werben. Erst nach der Uraufführung dieser beiden Suiten, denen 1946 noch eine dritte folgen sollte, konnte das Ballett am 30. Dezember 1938 im tschechischen Brünn aus der Taufe gehoben werden. Die Auswahl für das heutige Konzert zeichnet den Verlauf des Dramas in groben Zügen nach: Von den sich unversöhnlich gegenüberstehenden Familien der „Montagues und Capulets“ über „Julia als Mädchen“, die berühmte Balkonszene („Romeo und Julia“), bis zur Ermordung von Julias Cousin Tyball durch Romeo. [Dr. Wolfgang Doebel]
Sergej Prokofieff
* 23. April 1891 auf Gut Sonzowka, Distrikt Jekaterinoslaw in der Ukraine
† 5. März 1953 in Moskau
„Romeo und Julia“ (Auszüge aus den Ballett-Suiten Nr. 1 und Nr. 2)
Entstehung Ballett op. 64: 1935/36 Suiten Nr. 1 und 2: 1935/36 Suite Nr. 3: 1946
Uraufführungen Ballett op. 64: 30.12.1938, Brünn, Theater am Wall Suite Nr. 1: Moskau, 24. November 1936, Leitung: George Sebastian Suite Nr. 2: Leningrad, 15. April 1937, Leitung: Jewgeni Mrawinski Suite Nr. 3: Moskau, 8. März 1946, Leitung: Wladimir Degtjarenko
Spieldauer Ca. 45 Minuten