Presse
Impressum
kontakt
Jobs
Freunde
Facebook
Groupon
 
Neues
Konzerte
Orchester
Abo
Musikvermittlung
Archiv
Chopin: Klavierkonzert Nr. 2, f-Moll
Kaum ein Komponist
hat sich so sehr einem einzigen Instrument verschrieben wie Frédéric Chopin. Die Anzahl der Werke, die nicht für Klavier solo geschrieben sind, ist verschwindend gering und umfaßt ein Klaviertrio, eine Sonate für Violoncello und Klavier, etwa 20 Lieder, vier Einzelstücke für Klavier und Orchester sowie die beiden Klavierkonzerte. Symphonien oder Streichquartette zu komponieren, lag nicht in seinem Interesse.

Schon als Achtjähriger war Chopin in seiner Heimatstadt Warschau als klavierspielendes Wunderkind aufgefallen. Mit sechzehn Jahren studierte er bereits am Warschauer Konservatorium Klavier und Komposition, und nach dem Abschluß 1829 faßte er den Entschluß, sein Glück im Ausland zu versuchen. Am 11. August gab der junge Pole sein erfolgreiches Debüt am Wiener Kärntnertor-Theater, zu dem Robert Schumann den berühmt gewordenen Kommentar abgab: „Hut ab, meine Herren, ein Genie!“

Der Erfolg veranlaßte ihn zu einer weiteren Reise nach Wien, von der er jedoch wegen der revolutionären Unruhen in Polen nicht mehr in seine Heimat zurückkehren konnte und sich statt dessen in Paris niederließ. Nach seinem dortigen Debüt am 26. Februar 1832 in den Salons Pleyel wurde Chopin in der französischen Hauptstadt schnell berühmt. Als Klavierlehrer und Komponist verdiente er gut, und zu seinem Freundeskreis gehörten Künstler wie Hector Berlioz, Franz Liszt, Honoré de Balzac, Heinrich Heine und Eugène Delacroix.

Seine beiden Klavierkonzerte komponierte Chopin von Oktober 1829 bis August 1830, um damit eine geplante Europa-Tournee zu gestalten. Die Uraufführung fand mit dem Komponisten am Klavier am 17. März 1830 in Warschau statt. Beide Konzerte sind stark beeinflußt von der Rhythmik und der melodischen Vitalität der polnischen Volksmusik. Dabei steht der virtuose Klavierpart im Vordergrund. Das Orchester stellt zwar die musikalischen Motive vor und begleitet den Solisten, zu einem echten Dialog kommt es jedoch nicht. Dennoch zählt das Werk zusammen mit seinem Schwesterwerk zu den beliebtesten Klavierkonzerten, da es Chopin gelang, eine kraftvolle und brillante, dabei aber stets filigrane und zarte Musik von größter Empfindsamkeit zu schreiben. Im Larghetto, einer gefühlvollen Romanze mit dramatischem Mittelteil, verarbeitete er sogar Privates: Der Satz beschreibt seine Liebe zu der polnischen Sängerin Konstancja Gladkowska. [Dr. Wolfgang Doebel]

 

Frédéric Chopin

* 1. März 1810 in Żelazowa Wola (Herzogtum Warschau)
17. Oktober 1849 in Paris

Klavierkonzert Nr. 2, f-Moll

Entstehung  Oktober 1829 bis Frühjahr 1830
Widmung  Comtesse Delfina Potocka gewidmet
Uraufführung  17. März 1830 in Warschau, Solist: Frédéric Chopin
Erstdruck  1836 bei verschiedenen Verlagen in Paris, London und Leipzig
Spieldauer  Ca. 30 Minuten