Bachar Mar-Khalifé ist ein hingebungsvoller Arrangeur des dramatischen Moments, ein Komponist der vieldeutigen Zwischentöne, ein Liebhaber der brüchigen, sanften Oberflächenspannungen – kurz: Ein Klangmagier.
Überraschend ist dies nicht, betrachtet man sich seinen musikalischen Werdegang. Sohn des bekannten libanesischen Sängers Marcel Khalifé, Schüler des weltweit renommierten Pianisten Abd al Rahman El Bacha, nach der Flucht im Alter von 6 Jahren zunächst Schüler des bedeutenden Konservatoriums im Bolougne, danach Besuch des Pariser Konservatorium und dort – erschreckend folgerichtig – Abschluss mit Auszeichnungen.
Dem aber nicht genug, er bewegte sich in seiner künstlerischen Karriere auch auf den verschiedensten Feldern. So spielte er gemeinsam mit dem konventionell orientierten Orchestre National de France, ebenso wie mit dem von Pierre Boulez gegründeten Ensemble Intercontemporain und wirkte an der Verschmelzung klassischer und elektronischer Musik mit, als er die Liveprojekte von
Carl Craig und
Moritz von Oswald begleitete.
Seine gleichermassen schwebenden, atmosphärischen und expressiven Arrangements oszillieren zwischen aktualisierter, aufgebrochener arabischer Folklore, bestechender Neuer Musik und modernisierter Kammermusik. Bachar Mar-Khalifé ist nicht nur Komponist und Sänger, sondern auch politischer Aktivist und Kommentator von sozialen und ökologischen Mißständen.