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Strawinsky: Symphonien für Bläser

Igor Strawinsky ist einer der vielseitigsten und innovativsten Komponisten des zwanzigsten Jahrhunderts. Besondere Bedeutung hatte für ihn das Ballett. So machte der russische Komponist in Paris vor allem durch die Ballette Der Feuervogel (1909/10), Petruschka (1910/1911) und Le Sacre du Printemps (1910-13) von sich reden. Es folgte die neoklassizistische Phase, in der Strawinsky mit Balletten wie Pulchinella auf musikalisches Material aus Barock und früher Klassik zurückgriff.

Die Symphonien für Bläser komponierte Strawinsky, um einen Kollegen zu ehren: Am 25. März 1918 war in Paris Claude Debussy gestorben, und die Musikzeitschrift 'Revue Musicale' wollte eines ihrer Hefte dem Andenken des Komponisten widmen. Der von Strawinsky eingesandte Choral wurde der Schluss der anschließend komponierten Symphonien für Bläser, deren Titel nicht auf die klassisch-romantische Symphonie-Tradition anspielt, sondern sich auf die frühbarocke "Sinfonia" (Instrumentalstück) mit einzelnen durch Zwischenspiele verbundenen Abschnitten bezieht. Strawinsky verzichtete dabei bewusst auf eine Nachahmung der musikalischen Sprache des Verstorbenen, sondern komponierte eine eher herbe musikalische Sprache, "litaneienartig, in Form einer strengen Zeremonie". [Dr. Wolfgang Doebel]

 

Igor Fjodorowitsch Strawinsky

* 18.6.1882 in Oranienbaum bei St. Petersburg
6.4.1971 in New York (beigesetzt 15.4.1971 auf dem russisch-orthodoxen Friedhof in Venedig)

Symphonien für Bläser

Entstehung  Sommer 1920
Widmung  Gewidmet dem Andenken von Claude Achille Debussy
Uraufführung  10. Juni 1921, London, Queen’s Hall, Leitung Serge Koussevitzky
Spieldauer  Ca. 10 Minuten