

Im Elsass geboren, begann Mireille Delunsch ihre Musikerlaufbahn zunächst als Pianistin. Nach einem Abschluss in Musikwissenschaften gab sie ihr Debüt als lyrischer Sopran an der Oper am Rhein mit Boris Godunow. Ihr beeindruckendes Repertoire, welches einen Bogen von Monteverdi bis Varèse spannt, umfasst alle großen Mozart-Rollen (Pamina, Donna Elvira, Fiordiligi usw.), die italienischen Opern wie Verdis La Bohème, La Traviata, Ein Maskenball, und auch französische Opern wie Armide, Iphigenie auf Tauris, Carmen, Pelléas et Mélisande, Le Roi d’Ys von Lalo oder Le Pays von Ropartz.
Seit 1998 ist Mireille Delunsch regelmäßig beim Festival Aix en Prevence zu Gast. Hier war sie u. A. in Die Krönung der Poppea (Regie: Klaus Michael Grüber) zu hören, im Don Giovanni (Regie: Peter Brook), La Traviata (Peter Mussbach) und im Rheingold unter der Leitung von Simon Rattle.
An den Opernhäusern in Lausanne und Lyon sang sie alle vier weiblichen Hauptrollen in Hoffmanns Erzählungen, in Mailand die Mélisande, in Straßburg die Peter-Sellars–Produktion von Händels Theodora sowie zahlreiche Titelpartien an der Opéra national de Paris, der Opéra Royal de Wallonie und der Oper am Rhein.
An der Opéra de Bordeaux gab Mireille Delunsch ihr Regiedebüt mit Berlioz’ La mort de Cléopâtre und Poulencs La Voix humaine.
Mireille Delunsch ist an zahlreichen europäischen Bühnen zu hören. Bemerkenswert ist sicher ihr Repertoire: Neben den bereits genannten Rollen zählen dazu auch seltener gespielte Werke wie z. B. Lady Sarashina von Peter Eötvös, Rameaus Platée, Philippe Boesmans Yvonne, Princesse de Bourgogne und viele andere.
Mireille Delunsch ist eine gefragte Interpretin bei Dirigenten wie Charles Dutoit, Riccardo Chailly, Michel Plasson und Mark Minkowski. Aufnahmen entstanden u. a. unter Mark Minkowski (Iphigenie auf Tauris) und Jean Claude Casadessus (Pelléas et Mélisande). (Text: Stefanie Fricke)