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Rumyana Yankova

Wer sind die Musiker dort auf der Bühne? Was bewegt sie, wenn sie den Bogen bewegen? An dieser Stelle lernen Sie die Hamburger Symphoniker von einer ungewohnten Saite kennen. Heute: Rumyana Yankova, 1.Violine

Ich bin in einem musisch interessierten Haushalt groß geworden. Schon früh wurde ich durch das Klavierspiel meiner älteren Schwester inspiriert. Besonders gern mochte ich eine Schallplatte des jungen Geigers Vadim Repin, und mit fünf Jahren war klar, dass ich wie er Violine spielen wollte. Seitdem ist die Musik immer ein Teil meines Lebens gewesen, sie bedeutet mir alles.

Ich bekam in meiner Heimatstadt Varna in Bulgarien zweimal wöchentlich Unterricht an einer staatlichen Musikschule. Anschließend studierte Ich an der State-Academy in Sofia. Zu meinen wichtigsten Erfahrungen zählen die fünf Jahre, die ich während meines Studiums im Gustav-Mahler-Jugendorchester gespielt habe. Wir waren auf zahlreichen Konzertreisen und haben in den schönste Sälen gespielt. Besonders der Anfang dieses Jahres verstorbene Claudio Abbado, der Mentor des Orchesters, hat mich tief beeindruckt. Er war für mich ein unglaublich charismatischer Mensch, ein Klangmagier, der mich nicht nur durch sein Dirigat, sondern vor allem durch seine Leidenschaft und Passion für die Musik inspiriert hat. Durch diese Begegnung fasste ich den Einschluss, Orchestermusikern und nicht Solistin zu werden. In einem Orchester kommuniziert man vielmehr miteinander. Man musiziert und bereitet gleichzeitig anderen Menschen eine Freude, das finde ich schön. Als eine der 1. Violinen sitze ich ja nah beim Publikum, und dann sehe ich in den Gesichtern Staunen, Freude oder Ergriffenheit. Deshalb spiele ich auch viel lieber Symphoniekonzerte als Opern: Im Graben fühle ich mich isoliert vom Publikum.

Nach meiner Zeit beim GustavMahler-Jugendorchester studierte ich in Wien bei Professor Christian Altenburger und im Rahmen des Erasmus-Austauschs in Berlin bei Professor Axel Gerhardt. Ich war Mitglied der Orchesterakademie des Radio Symphonie Orchesters Wien und habe an der Deutschen Oper Berlin, dem Palau de les Arts Valencia, bei den Berliner Philharmonikern und beim Sinfonieorchester des NDR in Hamburg gespielt. 2010 habe ich das Probespiel bei den Hamburger Symphonikern bestanden. Seit sechs Jahren lebe ich nun in Hamburg,
eine spannende, kosmopolitische Stadt. Ich liebe es, die Museen, Theater, Kinos oder das Ballett zu besuchen, da Hamburg so viel zu bieten hat.

Ich habe viele Freunde im Orchester gefunden. In der Gruppe der 1. Violinen mit unserem von allen geschätzten Konzertmeister Adrian Iliescu spielen alle engagiert und motiviert. Wir wechseln oft die Pulte, denn die Rotation hält wach.

In meinen Augen zeichnen sich die Hamburger Symphonikern vor allem durch die besonderen Konzertprogramme aus – immer interessant, vielseitig und mit viel Fantasie zusammengestellt von unserem Chefdirigenten Maestro Tate und unserem Intendanten Daniel Kühnel. Durch Jeffrey Tates Perfektionismus sind wir immer in Bewegung, ständig erweitern wir unser Repertoire und eben alles, die Musik in all ihrer Schönheit erklingen zu lassen. Es gibt spannende Kontraste, zum Beispiel zwischen alten und neuen Stücken, oder sie sind inhaltlich durch bestimmte Themen verbunden – zurzeit zum Beispiel durch das Reformationsprojekt. Und auch das ist etwas Besonderes: Es gibt hier die Möglichkeit für alle Musiker, Lunchkonzerte und Kammerkonzerte im wunderschönen Brahms-Foyer und Kammermusiksaal der Laeiszhalle zu spielen. Ich freue mich zum Beispiel auf das 2. Kammerkonzert dieser Saison, bei dem ich mitspiele.

Für mich persönlich hat jetzt eine aufregende Saison begonnen. Zum einen spiele ich mit einem Bogen, den ich vor Kurzem auf einer Londoner Auktion ersteigert habe. Es war eine lange Suche, denn ein Bogen ist für einen Geiger ja wie die Verlängerung der rechten Hand und muss spieltechnisch wie auch natürlich klanglich stimmen. Zum anderen plane ich, ab März für zwei Monate zum Melbourne Symphony Orchestra zu gehen. Es ist ein für die Hamburger Symphoniker bislang ungewöhnlicher Austausch: Während dieser Zeit wird mich eine Geigerin aus Melbourne hier vertreten. Ich bin dann eine Art Botschafterin für die Symphoniker am anderen Ende der Welt.

 

 

Rumyana Yankova ist Musikerin in der Gruppe der 1. Violinen bei den Hamburger Symphonikern seit 2010.

Rumyana Yankova wurde in Varna in Bulgarien geboren. Sie studierte in Wien bei Prof. Christian Altenburger und in Berlin bei Prof. Axel Gerhardt. Sie war Mitglied der Orchesterakademie des Radio Symphonie Orchester Wien und Mitglied des Gustav-Mahler-Jugendorchesters (u. a. als Stimmführerin der 2. Violinen und als 2. Konzertmeisterin), mit dem sie  zahlreiche Reisen unternahm und Konzerte unter Claudio Abbado, Pierre Boulez, Seiji Ozawa, Mariss Jansons, Franz Welser-Möst, Ingo Metzmacher und anderen bekannten Dirigenten gab. Sie musizierte an der Deutschen Oper Berlin, dem Palau de les Arts Valencia, bei den Berliner Philharmonikern und dem Sinfonieorchester des NDR in Hamburg.

Rumyana Yankova erleben Sie in diesem Konzert

Donnerstag, 18. Mai 2017
8. Kammerkonzert     19.30     Laeiszhalle, Kleiner Saal
Rumyana Yankova, Violine
Hovhannes Baghdasaryan, Violine
Harald Schmidt, Viola
Li Li, Violoncello
Mariya Yankova, Klavier
Dumky-Trio

Dvořák
Klaviertrio Nr. 4 e-Moll op. 90 – „Dumky“
Brahms
Klavierquintett f-Moll op. 34