

Seine musikalische Ausbildung begann er im Alter von vier Jahren mit dem Cello. Mit zwölf beschloss er Dirigent zu werden, mit vierzehn begann er das Dirigierstudium. Seine Lehrer waren unter anderem Jorma Panula, Jean Fournet, Piero Bellugi und Winston Dan Vogel, mit dem er eng zusammenarbeitete und dessen Rat er auch heute weiterhin einholt. Prägend war aber seine Zeit in Mailand bei Carlo Maria Giulini, sein wichtigster Mentor, bei dem er bis zu dessen Tode Unterricht hatte. Er war Giulinis letzter Schüler.
2006 gründete Yoel Gamzou das International Mahler Orchestra (IMO), um ein neues Konzept der Orchesterdynamik zu entwickeln. Das IMO bringt junge, vielversprechende, herausragende Solisten und ältere, erfahrene Musiker berühmter europäischer Orchester zusammen. Innerhalb von nur vier Jahren konnte das Orchester ein erstaunliches Niveau erreichen und eindrucksvolle Erfolge verzeichnen, vor allem Musikern wie bei Musikwissenschaftlern visionärer Mahler-Spezialist und ist einer der vielversprechendsten Dirigenten seiner Generation. durch seine andere Art der orchestralen Zusammenarbeit, die ihre Priorität im Austausch und der Kommunikation während des musikalischen Schaffensprozesses setzt. Das IMO hat sich zu einem der innovativsten und ausgezeichnetsten jungen Ensembles entwickelt und ist auf vielen großen Festivals Europas und der Vereinigten Staaten ein gefragter Gast. Im Herbst 2010 veröffentlichte das Orchester seine erste DVD und CD, auf die weitere folgen sollen.
Im April 2007 gewann Yoel Gamzou einen Sonder-Förderpreis beim renommierten Gustav Mahler Dirigierwettbewerbs in Bamberg. Daraufhin nahm er eine Produktion für den Bayerischen Rundfunk mit den Bamberger Symphonikern auf (Brahms Tragische Ouvertüre und Furtwänglers Ouvertüre op. 3).
Die folgende Konzertsaison mit insgesamt 85 Auftritten in Europa, Israel und Cuba bedeutete einen weiteren Durchbruch. Zu den Orchestern, die ihn verpflichteten, gehören u. a. die Hamburger Symphoniker, Israel Philharmonic, das Orquesta Sinfonica Nacional de Cuba, die Kammerakademie Potsdam, die Neue Philharmonie Frankfurt, das Khmelnitzkiy Symphonie-Orchester und die Israeli Camerata. 2010 wurde Yoel Gamzou von der Neuen Philharmonie München, einem neuen, jungen Orchester, als Chefdirigent engagiert und ist damit der jüngste Dirigent, der je in Deutschland eine derartige Position erhielt.
Das bedeutendste musikalische Projekt und der bisherige Höhepunkt seiner künstlerischen Karriere ist das „Mahler 10“-Projekt. Nach zehn Jahren Recherche und sieben Jahren intensivster Schreibarbeit stellte Yoel Gamzou seine eigene Version von Mahlers unvollendetem Meisterwerk vor (erschienen im Schott Verlag). Die Uraufführung mit dem International Mahler Orchestra fand 2010 in Berlin im Rahmen des Abschlusskonzerts der Jüdischen Kulturtage statt. Yoel Gamzous Fassung wurde sowohl von Kritikern als auch vom Publikum mit großem Beifall bedacht. Sie wurde von Mahler-Experten und Interpreten mit großem Enthusiasmus gefeiert und von einigen sogar als die bislang beste Version bezeichnet.
Yoel Gamzou arbeitet mit vielen bekannten Solisten zusammen, unter ihnen Ivry Gitlis, Emmanuel Pahud, Guy Braunstein, Lioba Braun, Kristina Hammarstroem, Arve Tellefsen, Gavriel Lipkind, und setzt sich mit viel Enthusiasmus für herausragende Solisten seiner eigenen Generation, u. a. für Emanuel Graf und Afonso Fesch, ein.
Während seiner bisherigen Arbeit konnte Yoel Gamzou in vielen großen europäischen Konzerthäusern, wie der Philharmonie Berlin, Salle Gaveau Paris, Herkulessaal München, St. John’s Smith Square London, Teatro Nuovo Spoleto, etc. gastieren. In der Saison 2010–11 ist eine Konzerttournee mit der Neuen Philharmonie München in Italien und am Ende des Jahres eine große Tournee mit dem International Mahler Orchestra in Deutschland, Holland und in den USA geplant. Ferner ist sein Debüt im Wiener Musikverein (Wiener-Concertvereins-Orchester) für Anfang 2012 vorgesehen.
Im Rahmen des PODIUM Festivals (2011 ECHOKlassik Gewinner in der Kategorie „Sonderpreis beste Nachwuchsförderung“) sind Yoel Gamzou und das International Mahler Orchestra „Conductor & Orchestra in Residence“ und werden dort im Mai auftreten. Yoel Gamzou wurde kürzlich für den hochangesehenen Nestlé Preis der Salzburger Festspiele für junge Dirigenten nominiert.
Der Höhepunkt der Saison ist die Einladung als Hauptredner zum Mahler-Symposium des renommierten Nexus Instituts in Holland (Mai 2011, Nexus- Konferenz, „The Questor Hero. Gustav Mahler‘s Ultimate Questions on Man Art and God“). Yoel Gamzou ist gebeten worden, für Esa-Pekka Salonen einzuspringen und einen „Masterclass“-Vortrag und ein Konzert zu leiten und zu dirigieren (mit dem Königlichen Concertgebouw Orchester Amsterdam).