Konzerte & Karten
Abo
Neues
Orchester
Education
     Tickets +49 40 357 666 66
Hovhannes Baghdasaryan

In meiner Heimat Armenien hat die klassische Musik keinen geringen Stellenwert. Das Land hat nur etwas mehr Einwohner als Hamburg, gemessen daran gibt es viele gute Musiker. Das Problem ist nur, dass viele von denen das Land verlassen. Denn in Armenien gibt es zwar auch ein Opern-, ein Symphonie- und ein Kammerorchester, aber man kann mit der Musik dort kaum Geld verdienen, obwohl die Lebenshaltungskosten – bis auf die Miete – ziemlich hoch sind. Professorin Maria Egelhof, bei der ich später in Lübeck studiert habe, hat damals Meisterklassen in Armenien gemacht, so kamen wir in Kontakt, und so bin ich nach Deutschland gekommen.

1980 wurde ich in Jerewan geboren. Eigentlich wollten meine Eltern, ein Ingenieur und eine Mathematikerin, nicht unbedingt, dass ich Musiker werde. Aber sie fanden, dass etwas musikalische Ausbildung gut für meine Schwester und mich war. Also habe ich
mit acht Jahren angefangen, Geige zu spielen. Und ich glaube auch, es macht nicht viel Sinn, wenn kleine Kinder schon mit vier, fünf
Jahren damit beginnen. Denn es ist ja viel schwieriger, einen Ton aus der Violine hervorzuholen als beispielsweise aus einem Klavier. Die Lehrer in Armenien waren damals waren noch ganz alte strenge russische Schule. Es gab viel Druck. Aber ehrlich gesagt habe ich trotzdem nicht so viel geübt. Dass ich heute in Deutschland im Orchester spiele und dass meine Schwester übrigens Musikwissenschaftlerin geworden ist, hätten meine Eltern wohl nicht gedacht.

Was mich fasziniert hat, als ich nach Deutschland kam, war zu sehen, welche unterschiedlichen Arten zu musizieren es gibt. Die einen schwören zum Beispiel, Bachs Chaconne müsse man mit diesen Bogenstrichen spielen, die anderen sagen, mit jenen. Richtig und falsch gibt es dabei eigentlich nicht. Was ich sagen kann, ist, dass ich bei Bach, Mozart und Haydn meistens die europäischen Spielweisen klanglich schöner finde.

Jetzt bin ich 35 Jahre alt und habe viele Konzerte mit verschiedenen Orchestern, Kammerorchestern und auch Solokonzerte in der Schweiz, Deutschland, Spanien und Polen gespielt. 2007 absolvierte ich mit dem Bonnard Trio ein Aufbaustudium in Köln beim Alban-Berg-Quartett. Bis 2013 hatte ich einen Zeitvertrag beim NDR Sinfonieorchester in Hamburg. Und seitdem arbeite ich nun bei den Hamburger Symphonikern. Voller Leidenschaft – es gefällt mir sehr, sehr gut hier. 

Seit mehr als zehn Jahren bin ich außerdem als Dozent an der Musikhochschule Lübeck tätig. Das ist eine sehr schöne Arbeit, und ich merke, wie sie auch Einfluss auf mein eigenes Spiel hat. Denn wenn ich solo spiele, denke ich oft: Mache ich eigentlich selber das, was ich meinen Studenten beizubringen versuche? Man denkt ja manchmal, man spielt so und so. Etwa ein diminuendo, also ein Leiserwerden. Und dann hört jemand zu und sagt: Nein, das kommt gar nicht rüber. Auch im Orchester muss man hören können und sich selbst hinterfragen. Man muss wach sein, das, was der Dirigent will, aufnehmen und auf die anderen hören. Das verstehe ich unter Respekt: Wenn man sich darauf einlässt, was von den anderen kommt.

Als Vorspieler der ersten Violinen ist meine Aufgabe, die Wünsche des ersten Konzertmeisters – er steht an der Spitze dieser Stimmgruppe – schnell an die Kollegen weiterzugeben. Das geht nicht immer nur mit Worten, sondern einfach auch über die Art zu spielen. Genauso wie beim Unterrichten: Wenn die Ohren etwas wollen, findet man automatisch den Weg, das ist meine Überzeugung. Das geht manchmal sogar ohne Üben. Voraussetzung ist natürlich, dass man vorher schon im Ohr hat, was man nachher hören will. Ab einem gewissen technischen Niveau, das in einem Orchester wie den Hamburger Symphonikern gegeben ist, geht es ja in erster Linie um das Suchen nach

einem Klang, nach einem musikalischen Charakter. Ich mag zum Beispiel unseren Ersten Gastkünstler Guy Braunstein. Wenn er dirigiert, spürt man eine große Motivation, mit ihm geht man auf eben diese Suche nach dem Klang.

 

Hovhannes Baghdasaryan ist Vorspieler der 1. Violinen bei den Hamburger Symphonikern seit 2013

Hovhannes Baghdasaryan wurde 1980 in Jerewan in Armenien geboren. Mit acht Jahren fing er an, Geige zu spielen. Er erhielt seine Ausbildung in Jerewan bei Prof. Suren Hakhnazaryan. 2001 kam er nach Deutschland um sein Studium an der Musikhochschule Lübeck in der Klasse von Prof. Maria Egelhof fortzusetzen.

Hovhannes Baghdasaryan hat zahlreiche Konzerte mit verschiedenen Orchestern, Kammerorchestern und auch Solokonzerte in der Schweiz, Deutschland, Spanien und Polen gespielt. Er hat Kammermusikkonzerte beim Verbier Festival in der Schweiz, dem Chamber Music Festival in Hohenstaufen und bei den Festivals in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gespielt. Meisterkurse nahm er bei Tibor Varga (Schweiz), dem Oberlin-Trio (USA) und bei Vladimir Spivakov.

Er ist Stipendiat der Vladimir Spivakov-Stiftung, der Marie-Luise Imbusch-Stiftung, des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Preisträger nationaler Wettbewerbe und Gewinner des 3. Preises des 8. Internationalen Yfrah-Neaman-Wettbewerbs in Mainz 2001. Er trägt eine Sonderauszeichnung des Internationalen Georg Kulenkampff Wettbewerbs in Köln 2003 und gewann mit dem Bonnard Trio den 1. Preis bei der „International Chamber Music Competition Città di Pinerolo“ in Italien 2007. 

2007-2010 absolvierte Hovhannes Baghdasaryan ein Aufbaustudium als Geiger im „Bonnard“-Klaviertrio beim Alban-Berg-Quartett.

Seit Oktober 2004 ist er Dozent an der Musikhochschule Lübeck und Assistent in der Klasse Prof. Maria Egelhof. Bis 2013 hatte Hovhannes Baghdasaryan einen Zeitvertrag beim NDR Sinfonieorchester in Hamburg.

 

Hovhannes Baghdasaryan erleben Sie in diesen Konzerten

Donnerstag, 27. April 2017
7. Kammerkonzert     19.30     Laeiszhalle, Kleiner Saal
Hans-Jürgen Schatz, Rezitation
Hovhannes Baghdasaryan, Violine
Ruodi Li, Violoncello
Olena Kushpler, Klavier
Fantasiestücke

Schumann
Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 63
Fantasiestücke für Klaviertrio op. 88
Hoffmann
„Kreisleriana“ (Auszüge)
 
 
Sonntag, 07. Mai 2017
Jalla! Let’s do it!     15.00     Thalia Gaußstraße, Gaußstraße 190, 22765 Hamburg
Hovhannes Baghdasaryan, Violine
Katharina Ivanova, Violine
Harald Schmidt, Viola
Li Li, Cello
Jalla! Let’s do it!

 
 
 
Montag, 08. Mai 2017
Jalla! Let’s do it!     10.00     Thalia Gaußstraße, Gaußstraße 190, 22765 Hamburg
Hovhannes Baghdasaryan, Violine
Katharina Ivanova, Violine
Harald Schmidt, Viola
Li Li, Cello
Jalla! Let’s do it!

 
 
 
Donnerstag, 18. Mai 2017
8. Kammerkonzert     19.30     Laeiszhalle, Kleiner Saal
Rumyana Yankova, Violine
Hovhannes Baghdasaryan, Violine
Harald Schmidt, Viola
Li Li, Violoncello
Mariya Yankova, Klavier
Dumky-Trio

Dvořák
Klaviertrio Nr. 4 e-Moll op. 90 – „Dumky“
Brahms
Klavierquintett f-Moll op. 34
 
 
Dienstag, 13. Juni 2017
10. Lunchkonzert     12.30     Brahms-Foyer in der Laeiszhalle
Hovhannes Baghdasaryan, Violine
Nina Ziermann, Violine
Bruno Merse, Viola
Ruodi Li, Violoncello
Teatime-Classics

Verzehr von Speisen ist möglich. Der Eintritt ist frei!