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Christian Elsner
 

Christian Elsner ist Kontrafagottist ist bei den Hamburger Symphonikern seit 2011.

„Begonnen habe ich meine Fagottausbildung schon zu Schulzeiten in Frankfurt am Main. Nach dem Abitur habe ich dann an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar und im Anschluss als Aushilfe bei der Staatskapelle Weimar gearbeitet, bevor ich stellvertretender Solofagottist am Theater Erfurt wurde. Seit 2011 spiele ich bei den Hamburger Symphonikern, bin also noch recht frisch dabei.

Ich habe mich für eine Karriere in einem großen deutschen Symphonieorchester entschieden, weil es als Fagottist sehr schwierig ist, eine Solokarriere aufzubauen, vor allem als Kontrafagottist, das in der tiefen Lage ja auch mal recht mulmig grummelnd daherkommen kann.

Aber im Grunde ist man als Holzbläser in einem Orchester immer recht exponiert und solistisch tätig, somit vermisse ich es auch nicht, als Solist aufzutreten. Außerdem bin ich mit dem Orchesterspiel aufgewachsen. Schon zu Schulzeiten habe ich mir mein Taschengeld durch das Orchesterspiel aufgebessert. Ich liebe einfach das Zusammenspiel im Orchester. Man hat hier viel mehr Gänsehautmomente, als wenn man alleine auf der Bühne steht.

Außerdem passieren einem im Orchester immer wieder mal ganz amüsante Geschichten. Zum Silvesterkonzert im vergangenen Jahr bin ich beispielsweise nach Weihnachten zwei Tage früher nach Hamburg zurückgefahren. Also beschloss ich, die doch recht schwierige Kontrafagott-Partie aus Beethovens 9. Symphonie maufzupolieren und begab mich dafür in den Überaum in der Laeiszhalle.

Nach etwa sechs Stunden unermüdlichen Probens begann sich langsam ein Gefühl der Zufriedenheit in mir breit zu machen. Ich beschloss, es für den Tag genug sein zu lassen, und schaute noch kurz im sich unter dem Überaum befindlichen Orchesterbüro vorbei. Dort empfing man mich mit einem gekrampften Lächeln und den Worten:

„Das nächste Jahr bleibst Du bitte am besten bis Silvester im Weihnachtsurlaub! Es geht uns da nicht um Deine Erholung, sondern um UNSERE!“ Ich muss die Kollegen mit meinem Spiel offenbar in den Wahnsinn getrieben haben.

Auf die Hamburger Symphoniker bin ich durch ihre Ausschreibung in der Musikfachzeitschrift „Das Orchester“ aufmerksam geworden. Ich wollte immer eine Stelle als Kontrafagottist haben, da ich dieses Instrument sehr liebe. Man ist einfach das Fundament des ganzen Orchesters. Das Kontrafagott ist nämlich der tiefste Vertreter der Holzblasinstrumente im Orchester. Der Name kommt von der Kontra-Oktave, deren profunde Töne es erzeugen kann, baulich ist es im Prinzip ein auf das Doppelte verlängertes Fagott.

So wichtig wie das Kontrafagott als Fundament im Orchester ist, so fundamental wichtig finde ich die Kinder- und Jugendarbeit in Kulturinstitutionen für eine aktive Musikstadt. Mich freut es besonders, dass da gerade mein Orchester eine ganz besondere Vorreiterrolle einnimmt. Ich habe immer viel Spaß dabei, Schulbesuche zusammen mit unserer neuen Leiterin der Education-Abteilung, Frau Franz, zu gestalten und ein Verständnis für die Musik bei jungen Menschen herzustellen.

Besonders interessant finde ich die Arbeit in den Stadtteilen, in denen die Bevölkerung wenig Zugang zu klassischer Musik hat. Es ist immer toll zu erleben, wie sich Kinder, die nie klassische Musik gehört haben, dafür begeistern können.

Einen zentralen Stellenwert in der Musikvermittlung nehmen auch unsere zahlreichen Kinder- und Hasy- Konzerte für die ganz Kleinen ein. Kinder bilden die Zukunft unseres Konzertpublikums und es ist meiner Meinung nach sowieso generell wichtig, diese Zielgruppe an klassische Musik heranzuführen.

Das Besondere an den Hamburger Symphonikern ist für mich zudem die Präsenz in zahlreichen sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter. Die Art unseres Online-Auftritts ist sehr modern und zeigt, dass klassische Musik nicht langweilig und verstaubt sein muss. Eine Außenwirkung, mit der ich mich als junger Musiker auch sehr gut identifizieren kann. Und natürlich eine Persönlichkeit als Chefdirigent, um die wir weltweit beneidet werden müssen: Jeffrey Tate. Und so wünsche ich mir für die nächste Saison vor allem, dass es Maestro Tate gesundheitlich weiterhin so gut geht, dass er uns noch lange als Chefdirigent erhalten bleibt. Er ist ein faszinierender Mensch und hat eine unglaubliche Gabe die Musiker noch mehr für die Musik, die wir mit ihm machen, zu begeistern.“