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Joachim Lux, Intendant Thalia Theater

Joachim Lux, 1957 in Münster geboren, studiert 1976 bis 1982 Germanistik und Geschichte an den Universitäten Münster und Tübingen und leitet dort Theater und Musikfestivals. Von 1984 bis 1999 arbeitet er als Dramaturg, Chefdramaturg und Regisseur in Köln, Düsseldorf und Bremen. Von 1999 bis 2009 ist er zehn Jahre lang Mitglied der künstlerischen Direktion des Wiener Burgtheaters, zunächst als Dramaturg, später als Chefdramaturg.

Während dieser Zeit pflegt er die Zusammenarbeit mit wesentlichen Regisseuren des zeitgenössischen Regietheaters wie Karin Beier, Jan Bosse, Andrea Breth, Frank Castorf, Barbara Frey, Dimiter Gotscheff, Sebastian Hartmann, Hans Kresnik, Andreas Kriegenburg, Wilfried Minks, Christiane Pohle, Falk Richter, David Mouchtar-Samorai, Christoph Schlingensief, Nicolas Stemann u.a. Von ihm betreute Aufführungen werden mehrfach zum Berliner Theatertreffen eingeladen. 

Joachim Lux hat verschiedene Lehraufträge (Max Reinhardt-Seminar, Wien; Goetheinstitut, Bogota/Kolumbien), arbeitet für die Salzburger Festspiele und wird in verschiedene Jurys berufen (Festival „Impulse“ der Off-Theater; „Stückemarkt“ des Berliner Theatertreffens). Außerdem leitet er von 2004 bis 2008 den „Dramatikersalon“ beim Berliner Theatertreffen und lädt hierzu zahlreiche zeitgenössische Autoren ein (Tankred Dorst, Händl Klaus, Gert Jonke, Falk Richter, Roland Schimmelpfennig, Ilija Trojanow, George Tabori und Urs Widmer).

Ein wesentlicher Schwerpunkt seiner Arbeit ist in all diesen Jahren die Pflege von Gegenwartsautoren wie Elfriede Jelinek, Gert Jonke, Tankred Dorst, Händl Klaus, Vladimir Sorokin u.a. Elfriede Jelinek nimmt, seitdem er sie Mitte der Achtziger Jahre kennen lernt, als sie noch als unspielbar galt, eine Sonderstellung ein und betreut sie auch am Wiener Burgtheater, wo sie den jahrelangen Boykott ihres Heimatlandes Österreich durchbricht, von Nicolas Stemann triumphal aufgeführt wird und schließlich den Nobelpreis für Literatur bekommt.

Joachim Lux inszeniert regelmäßig, u.a. Schuberts „Winterreise“, Jelineks „Sportstück“ und Rainald Goetz „Jeff Koons“ und bearbeitet Texte für die Bühne (Schnitzlers „Traumnovelle“, Hermann Hesses „Steppenwolf“, Jelineks „Sportstück“ als Opernlibretto für die Staatsoper unter den Linden, Berlin).

Außerdem erscheinen zahlreiche Publikationen, Interviews, Buchveröffentlichungen, Vorträge und Essays über Thomas Brasch (Suhrkamp Verlag Frankfurt), Tankred Dorst (Merlins Zauber, Suhrkamp Verlag, Frankfurt 2001), Dimiter Gotscheff (Vorwerk Verlag, Berlin 2008), Elfriede Jelinek (Praesens-Verlag, Berlin 2008; Theater der Zeit), Gert Jonke (Herausgeber aller Stücke, Jung und Jung Verlag, Wien 2008), Heiner Müller, Christoph Schlingensief u.a., sowie diverse Texte für Theater heute.

Seit Herbst 2009 ist Joachim Lux als Nachfolger von Jürgen Flimm und Ulrich Khuon Intendant des Thalia Theaters in Hamburg.