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Dvorak: Karneval, Konzertouvertüre
»Natur, Leben und Liebe« – so lautete der ursprüngliche Titel einer Ouvertüren-Trilogie, die Dvořák Ende des 19. Jahrhunderts schrieb. Den zweiten Teil daraus, das Opus Nummer 92, nannte Dvořák dann aber ›Karneval‹. Steht der Rausch, das Fest, die Party also pars pro toto für das ganze Leben? Mal abgesehen davon, dass wir uns zurzeit dem Rosenmontag nähern – was hat uns diese Ouvertüre zum Jahresbeginn zu sagen?

Vielleicht dies: Betrachten wir das neue Jahr doch als Möglichkeit, als offenen Raum für das Unerwartete und für unsere Inspiration. Feurig beginnt diese Ouvertüre, mit großem Orchestertutti und vielen Beckenschlägen. Ausgelassen, ja geradezu unkontrolliert-übermütig hält das Leben – oder hier wohl genauer die Jugend – Einzug. Dann üben sich die Violinen in russischer Romantik, das Leben scheint Genuss zu sein. Doch der Rausch wird kontrastiert. Die Klarinette übernimmt ein verhaltenes Motiv aus dem ersten Teil der Trilogie, den Dvořák »In der Natur« nannte: Man gerät ins Nachdenken. Sollten wir uns im neuen Jahr vielleicht auch auf die leisen Töne besinnen? Immerhin dauert keine Party der Welt ewig. Irgendwann ist immer Aschermittwoch.

Die Karneval-Ouvertüre endet so wie sie begann: Mit klug instrumentiertem Tschingderassabumm. Nicht ganz unwichtig ist jedoch, was Dvořák darauf folgen ließ: Der dritte Teil »Othello« handelt von Liebe und, man ahnt es schon anhand des Titels, von schmerzvoller Eifersucht. Nun ja, der Rausch der Jugend mündet bekanntlich hin und wieder in wahre Abgründe. Machen wir uns also auf einiges gefasst. Feiern wir das neue Jahr. Und seine Überraschungen jeglicher Art.