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Saint-Saens: Cellokonzert Nr. 1

Camille Saint-Saëns

* 9. Oktober 1835 in Paris† 16. Dezember 1921 in Algier

Cellokonzert Nr. 1 a-Moll op. 33

Entstehung: 1872
Uraufführung: 19. Januar 1873 in Paris
Orchestrierung: Auguste Tolbecque
Spieldauer: ca. 20 Minuten

 

Eine Generation vor Ravel setzte sich Camille Saint-Saëns betont kämpferisch für französische Musik und ihre Komponisten ein. Er galt als Wunderkind, begann schon mit vier Jahren zu komponieren und legte mit 17 Jahren seine erste Symphonie vor. Mit seinem ersten Cellokonzert wartete er, bis er 37 Jahre alt war. Es brachte ihm aber endgültig die Wertschätzung der Musikexperten von der „Société des Concerts du Conservatoire“ ein und galt vielen nachfolgen Tonsetzern – etwa Schostakowitsch und Rachmaninow – als das höchste aller Cellokonzerte. Allerdings ist es nicht etwa auf den ersten Blick als „französisch“ zu erkennen; Saint-Saëns ist hier nah an der deutschen Romantik und seinem Vorbild Liszt. Der deutsche Dirigent und Zeitgenosse Hans von Bülow befand, das Konzert sei voller „Technik und Eleganz, bon sens und Originalität, Logik und Anmut“.

Genau genommen konzipierte Saint-Saëns das Werk als einen einzigen großen Satz (der sich in drei Teile gliedert). Das Themen-Material taucht immer wieder auf; es entsteht der Eindruck einer stets ießenden Fantasie. Es war also ein formales Experiment, das bei den Laien damals zunächst auf Unverständnis stieß.

Schon der erste Teil, das Allegro non troppo, beginnt ungewöhnlich. Nicht eine Orchester-Einleitung, wie sie für Solokonzerte üblich war, führt ein ins Konzert, sondern ein kurzer Tutti-Akkord, an den das Cello das erste Thema anschließt: Energisch abfallende Triolen mit einer markanten Sekundbewegung in tiefer Lage. Das zweite Thema, das nicht viel später ebenfalls das Cello vorstellt, ist deutlich weicher, von schmelzenden halben Noten geprägt – ein typischer femininer Gegenspieler zum maskulinen ersten Thema. In diesem ersten Teil hat das Orchester vornehmlich dienende Funktion. Doch wenn es mal expressiv sein darf, verfällt es gar in klassischen Stil.

Das folgende Allegretto con moto ist kurz, aber als Menuett sehr originell. Die Streicher spielen gedämpft, das Cello hat hier eine bezaubernde Kadenz. Und schließlich das Finale – das aufgrund der fehlenden Zäsuren kaum als eigenständig wahrgenommen werden kann: Hier greift Saint-Saëns Bekanntes wieder auf; lediglich die Einleitung, dieses Mal im Orchester, präsentiert auch neues Material. Es ist ein äußerst diffiziler dritter Abschnitt des Konzerts. Der Solist, der meist im Vordergrund steht, ist bei hohem Tempo mit großen technischen Herausforderungen konfrontiert. Eine Coda leitet über zum prächtigen Dur-Schluss des Konzerts.