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Benjamin Britten: „A Time There Was”, Suite on English Folk Tunes Op. 90

Dirigent: Jeffrey Tate

Aufnahme vom 21. April 2015, Laeiszhalle Großer Saal

IM RAHMEN DES REFORMATIONSPROJEKTES ZUR LUTHERDEKADE

Manchmal scheint zwischen Konzertsaal und Alltagswelt ein Raum von vielen Oktaven zu liegen: Hier eine zwar beliebte, aber Jahrhunderte alte Tradition und dort Verkehrslärm, Büro, Kinderspielplatz. CLOSE-UP ist ein sehr besonderes und technisch höchst aufwendiges Projekt, eine Art Brücke, eine Öffnung des Konzertsaals in die Alltagswelt: Es geht um eine Vermittlung dessen, was ein Symphonieorchester eigentlich tut. Was macht ein Orchester, wenn es probt, und wie bekommt Maestro Jeffrey Tate das, was er hören will? Modernste Kameratechnik und eine große Leinwand ermöglichen einen faszinierenden Blick direkt ins Herz eines Orchesters und zeigen einen der bedeutendsten Dirigenten der Welt hautnah bei der Arbeit.

Bei CLOSE-UP probt Chefdirigent Jeffrey Tate mit den Hamburger Symphonikern ein Stück, das sie nie zuvor gemeinsam einstudiert haben. Während dieser Probe sind um das Orchester Kameras aufgebaut, die das, worauf es in der Arbeit ankommt, aufnehmen. Die Bilder werden hinter den Kulissen live geschnitten (wie in einer TV-Live-Übertragung) und auf eine große Leinwand projiziert, die hinter dem Orchester aufgespannt ist. Das Publikum im Saal hat also eine Totale wie bei jedem Konzert, zusätzlich aber auch eine intelligente simultane filmische Führung durch das Probengeschehen. Das Publikum kommt so ganz nah heran – eben eine Probe im CLOSE-UP. Der erfahrene und auf Orchester spezialisierte Bild-Regisseur Robert Gummlich arbeitet u.a. für die Berliner Philharmoniker. Klassik.TV streamt Bild und Ton live.

Der Eintritt ist frei. Ziel ist, „die Straße in den Saal“ zu holen. Die Probe ist ausdrücklich eine Probe, kein moderiertes Konzert. Die Hamburger Symphoniker wollen zeigen, dass das, was ein Orchester tut, spannend, lustig und schwierig sein kann. Sie wollen die Freude vermitteln, die aufkommt, wenn etwas besonders gut gelingt. Und sie wollen zeigen, dass es eine Probe Arbeit bedeutet und dass diese Arbeit einen erkennbaren Unterschied ausmacht. Benjamin Brittens Suite „A Time There Was“ wurde ein Jahr vor dessen Tod uraufgeführt und ist eine tiefe Reflexion über die Sterblichkeit. Britten stellt sich in die Tradition Luthers, der sich für viele Kirchenlieder beliebter Volksmelodien bediente, um sie auf religiöse Themen umzuwidmen. Auch das CLOSE-UP-Projekt möchte eine Distanz aufheben: Die Trennung von Bühne und Zuhörern.