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Sibelius: Symphonie Nr. 2 D-Dur Op. 43

Jean Sibelius

* 8. Dezember 1865 in Hämeenlinna, Finnland
20. September 1957 in Tuusula bei Järvenpää, Finnland

Violinkonzert d-Moll Op. 47

Entstehung: 190/02
Uraufführung: 1902 in Helsinki
Spieldauer:  Ca. 45 Minuten

 

Wie soll man damit umgehen, wenn ein Komponist seine Musik anders deutet als naheliegend? Diese Frage stellt sich gar nicht selten und recht deutlich etwa bei Jean Sibelius. Auch er ist ein Geburtstagskind: Vor fünf Tagen wäre er ebenso wie Carl Nielsen 150 Jahre alt geworden. Soll man also ausgerechnet die Worte eines Jubilars zu widerlegen versuchen?

„Ich bin kein literarischer Musiker. Für mich fängt die Musik dort an, wo das Wort aufhört“, hat Sibelius einst gesagt. Und als möglicherweise passende Definition von Komponieren nannte er: „Als ob Gottvater mir Stücke eines Mosaiks aus dem Himmelsparkett heruntergeworfen und mich gebeten hätte, das Rätsel zu lösen, wie das Bild einmal ausgesehen hat.“

Doch ist es vorstellbar, dass Sibelius‘ Musik derart unbeeiflusst von Außermusikalischem ist? Dass sie ihm durch göttliche Inspiration zu og? Er gilt ja nicht völlig unbegründet als der Nationalkomponist Finnlands. Seine Werke lassen vor den inneren Augen zahlloser Hörer die Landschaften seiner

Heimat und die kulturellen (auch literarischen) Traditionen des Nordens aufscheinen. Seine von der Moderne wenig beeinflusste Musik, die er vorwiegend in einem Landhaus zu Papier brachte, atmet den Geist der Wälder, Volksfeste und einsamen Landschaften. Und es war wohl dieser Geist, der insbesondere die zweite Symphonie vom Tag der Uraufführung an vor allem in England und den USA so populär machte.

Im eröffnenden Allegretto hören wir drei Themen – ein pastorales in den Holzbläsern, eines in den Violinen sowie eine Triller gur –, die Sibelius aufspaltet und in Bröckchenform als Ausgangsmaterial für gewaltige Steigerungen nimmt. Auffällig ist, dass er sich kaum damit zufrieden gibt, einmal Entwickeltes zu wiederholen. Stets schreitet die musikalische Entwicklung voran.

Der zweite Satz ist dunkel, die Stimmung gedämpft. Das Hauptthema kreist um sich selbst, die tiefen Streicher liefern dazu einen PizzicatoKlanghintergrund, ein zweites, friedvolles Streicherthema kann sich nicht durchsetzen. Das Scherzo ist dann stürmisch-energisch und von einer Figur im 6/8-Takt geprägt.

Sibelius‘ Symphonien sind in der Regel sehr frei, sehr rhapsodisch gehalten. Das heißt aber nicht, dass er Formen vernachlässigte. Das hymnische nale Allegro moderato, das direkt an den dritten Satz anschließt, greift bekannte Themen wieder auf und präsentiert uns eine klug gearbeitete Durchführung. Der Schluss der Symphonie ist majestätisch.

Olaf Dittmann