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Brahms: Klavierkonzert Nr. 2

Johannes Brahms

* 7. Mai 1833 in Hamburg, † 3. April 1897 in Wien

Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur Op. 83

Entstehung: 1881
Uraufführung: 9. November 1881 in Budapest
Erstdruck: 1882, N. Simrock Berlin
Spieldauer: Ca. 50 Minuten

 

Glaubt man Johannes Brahms‘ Freund Max Kalbeck, flogen dem Komponisten die Ideen einmal jährlich nur so zu: „Am Vorabende seines Geburtstages, den die Muse selten vorübergehen ließ, ohne ihren Liebling zu bedenken, überraschte sie ihn mit den Themen zu einem neuen Klavierkonzert.“ Es dauerte dann aber drei Jahre bis zur Vollendung: Im Juli 1881 schrieb Brahms die letzten Takte seines 2. Klavierkonzerts. Er erläuterte selbst: „Es gibt kein Schaffen ohne harte Arbeit. Was man eine Erfindung nennt, ist eine musikalische Idee, ist zunächst ein Einfall, etwas, wofür ich nicht verantwortlich bin, woran ich kein Verdienst habe. Es ist damit wie mit einem Saatkorn; es keimt unbewussterweise und entwickelt sich.“

Das Allegro non troppo eröffnet nach Abschluss des Brahmschen Keimvorgangs ungewohnt mit einer Art Prolog, einem einfachen, ohne Begleitung vorgetragenen Hornthema. Der Musikkritiker Eduard Hanslick, der das Konzert eine „viersätzigen Symphonie mit obligatem Klavier“ nannte, schrieb über diesen Gedanken, er entwickele „einen ungeahnten Reichthum, nicht etwa nach den trockenen Recepten einer schulmäßigen Kunst, sondern in lebendigen Blühen und Wachsen“. Erst nach einer Solokadenz folgt die Orchesterexposition mit ihren zwei kontrastierenden Gedanken. Mit mächtiger Geste setzt sodann das Klavier ein, dessen Exposition in dramatisch-virtuosen Passagen kulminiert.

Im Gegensatz zum ersten Satz ergreift das Klavier im energische Allegro appassionato mit mächtigen Dreiklängen die Initiative. Zu den dunklen Farben des Hauptthemas bildet der wehmütige, unisono von den hohen Streichern präsentierte Seitengedanke einen Kontrast. Im Trio erscheint ein choralartiges Thema, dessen erhabene Wirkung Trompeten und ein monumentaler Paukenwirbel noch verstärken. Dazu schattenhaft-schnelle Doppeloktaven im Klavier.

Als eine Art zweites Soloinstrument tritt im liedhaften Andante das Violoncello in Erscheinung. Der lyrische Ton des zurückgenommen Streichersatzes schafft eine Art Gegenwelt zu den kraftvollen Klängen des Scherzos. Das Hauptthema kennt man aus dem (später von Brahms komponierten) Lied „Immer leiser wird mein Schlummern“.

Der wirkungsvolle, beschwingte Tonfall des Finales beruht auf dem ungarischen Charakter seiner Themen, die durch häu ge Synkopierungen, Punktierungen und Triolenpassagen geprägt sind. Das Klavier trumpft niemals auf, sondern besticht durch solistische Brillanz und Eleganz.