Konzerte & Karten
Abo
Neues
Orchester
Education
     Tickets +49 40 357 666 66
Beethoven: Klavierkonzert Nr. 3

Ludwig van Beethoven

* 17. Dezember 1770 (Taufe) in Bonn, † 26. März 1827 in Wien

Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll Op. 37

Entstehung: 1800 – 1802
Uraufführung: 5. April 1803 in Wien
Erstdruck: Wiener Kunst- und Industrie-Comptoirs, 1804
Widmung: Prinz Louis Ferdinand von Preußen
Spieldauer: Ca. 37 Minuten

 

Seit jeher streitet die Wissenschaft, ob Tonarten für sich genommen etwas aussagen, oder ob wir ihnen nur aus lauter Gewohnheit einen „Charakter“ zuschreiben. Besonders eng mit einer Stimmung verbunden ist gemeinhin c-Moll. Die drei b-Vorzeichen können selbst nicht viel dafür, aber seit Beethovens 5. Symphonie stehen sie (in ihrer Moll-Variante) für „Schicksal“. Und zwar unveränderlich, so scheint es.

Doch wie verhält es sich mit dem c-Moll im 3. Klavierkonzert des Bonners, welches ein paar Jahre vor seiner Fünften entstand und als einziges aus seiner Feder in Moll steht? Ist die Tonart auch hier schicksalshaft? Wenn ja: Wäre dies dann der Beweis dafür, dass sie ihren Charakterzug genuin in sich trägt?

Das erste Thema im Allegro con brio stützt die These. Während in der Fünften das Schicksal zu Beginn bekanntlich „anklopft“, steht es hier bereits im Raum. Zunächst im piano, dann im forte hören wir einen wuchtigen gebrochenen c-Moll-Dreiklang; der Grundton wird danach mehrfach samt Quarten-Vorschlag wiederholt. Deutlicher kann man eine Tonart (c-Moll hat in der Klavierliteratur übrigens ein prominentes Vorbild in Form von Mozarts Konzert KV 491, welches Beethoven sehr schätzte) kaum etablieren. Und auch das erst nach 110 Takten einsetzende Klavier bestätigt das Thema unisono über nicht weniger als vier Oktaven.

Doch ein weiteres, eher gesangliches Thema in diesem ersten Satz hat wenig mit Schicksal gemein, Beethoven präsentiert uns ein Gegenbild und lässt beide Stimmungen spielerisch in Dialog treten – so wie auch Orchester und Solist miteinander kommunizieren.

Und dann der zweite Satz: Ein Largo in E-Dur. Und darin vor allem der Mittelteil, in dem Flöte und Fagott fein miteinander spielen und das Klavier dazu fließende Verzierungen liefert. Wenn das Schicksal je in der Tür stand, ist es wieder weg, wir können befreit die musikalischen Spielereien genießen: Genauso wie das Brahms-Konzert zeichnet sich Beethovens Werk durch ein berückend-ausgewogenes Zusammenspiel von Solist und Orchester aus.

Und dass wir am Schluss des wechselvollen Rondos nach so mancher Modulation sogar im C-Dur ankommen, verdeutlicht die positive Grundstimmung Beethovens in diesen frühen Jahren des 19. Jahrhunderts. Festzuhalten ist: Auch wenn c-Moll draufsteht, muss nicht gleich Schicksal darin stecken.