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Bruckner: Symphonie Nr. 7

Anton Bruckner

* 4. September 1824 in Ansfelden (Oberösterreich), † 11. Oktober 1896 in Wien

Symphonie Nr. 7 E-Dur WAB 107

Entstehung: 1881 — 1883
Uraufführung: 30. Dezember 1884 in Leipzig
Spieldauer: ca. 70 Minuten

 

Bruckners Siebte war vom ersten Tag an ein Erfolg: Das Publikum der Uraufführung bedachte sie mit geradezu frenetischem Applaus. Der bahnbrechende Erfolg bedeutete einen Wendepunkt für Bruckner, dessen frühere Sinfonien durchgefallen oder gar nicht zum Erklingen gebracht worden waren. Der Dirigent Arthur Nikisch soll sogar gesagt haben: „Seit Beethoven ist nichts auch nur ähnliches geschrieben worden. Was ist da Schumann!“

Wie alle von Bruckners Symphonien umfasst auch die Siebte vier Sätze. Bemerkenswert ist die vom Orgel-Registerwechsel inspirierte Schnitttechnik, die sich durch abrupte Wechsel von kammermusikalischen zu voll orchestrierten Passagen und somit durch unmittelbaren Klangfarben-Veränderungen auszeichnet.

Zu Beginn des Allegro moderato setzt in den Celli ein ausgedehntes, sich scheinbar unendlich fortspinnendes Thema über einem zarten pianissimo-Tremolo der Violinen ein. Nachdem anfangs das erste Horn mitgespielt hat, nehmen nach und nach die Bratschen, die Soloklarinette, die Violinen und die hohen Holzbläser den Hauptgedanken auf und nuancieren somit die Klangfarbe in einem steten crescendo, bis schließlich das gesamte Orchester einsetzt. Auch das zweite Thema, das Oboen und Klarinetten unisono vortragen, ist geprägt von einer kantablen, sehnsuchtsvollen Melodik. Es führt in seiner Umkehrung über einen Orgelpunkt zu einem enormen Spannungsgipfel, der mit dem pianissimo-Einsatz des dritten Gedankens in h-Moll abbricht.

Das sonatenartig gestaltete Adagio gehört wohl zu den berühmtesten Sätzen aus Bruckners Oeuvre. Während seiner Entstehung starb Richard Wagner am 13. Februar 1883, und Bruckner wollte die Trauermusik in cis-Moll als Ausdruck der Verehrung des „hochseligen, heiß geliebten unsterblichen Meisters“ verstanden wissen. Neben dem Tonfall und der Harmonik gemahnen die dunkel-melancholischen Wagner-Tuben, die Bruckner zum ersten Mal verwendet, an den verstorbenen Komponisten.

Das Scherzo steht in a-Moll und wird „bewegt, doch nicht schnell“ von einem ostinaten Streichermotiv eröffnet, über dem das fanfarenartige Thema in der Trompete einsetzt. Dessen charakteristische Doppelpunktierung spaltet sich ab und wird zum grundlegenden, die Steigerungen antreibenden Rhythmus.

Dass die eindrucksvollen Steigerungen nicht nur jeden einzelnen Satz, sondern auch die gesamte Symphonie prägen, führt das Finale vor. Das erste Thema leitet sich, wie unschwer zu erkennen ist, aus dem Hauptgedanken des Kopfsatzes ab. Ihm folgen ein choralartiges zweites und ein markantes, unisono gespieltes drittes Thema.

Text: Nils Szczepanski