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Beethoven: Klavierkonzert Nr. 5

Ludwig van Beethoven

* 17. Dezember 1770 (Taufe) in Bonn, † 26. März 1827 in Wien

Beethoven: Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur op. 73 „The Emperor“

Entstehung: 1809
Uraufführung: November 1811 in Leipzig, Solist: Friedrich Schneider, Dirigent: Johann Schultz
Erstdruck: Breitkopf & Härtel, Leipzig 1811
Widmung: Erzherzog Rudolph von Österreich
Spieldauer: ca. 38 Minuten

 

Man stellt sich das Komponisten-Genie ja gern als ein von der Welt abgeschottetes Individuum vor. Doch wie in unserem schnöden Arbeitsalltag des 21. Jahrhunderts auch geht das Leben da draußen natürlich weiter. Im Falle von Beethovens fünftem und letzten Klavierkonzert sollte man vom „Komponieren in Zeiten des Krieges“ sprechen: Er schrieb es während der Besetzung Wiens durch Napoleons Grande Armée. „Welch zerstörendes, wüstes Leben um mich her! Nichts als Trommeln, Kanonen, Menschenelend in aller Art“, notierte der Komponist.

Dem Musikverleger Johann Baptist Cramer verdankt das Werk den Beinamen „The Emperor“ („Der Kaiser“) – eine Bezeichnung, von der Beethoven nichts wusste und vermutlich auch nichts gehalten hätte, schließlich hatte er mit Napoleon bereits 1804 nach dessen Selbstkrönung zum Kaiser gebrochen. Dennoch beeindruckte das Konzert laut Zeitungsbericht schon die Gäste der Uraufführung vor allem mit seinem erhabenen Tonfall und schließt mit der Tonart Es-Dur an ein früheres ,heroisches’ Werk an: An die „Eroica“-Symphonie.

Von Anfang an bereitet Beethoven dem Solisten eine große Bühne. Das eröffnende „Allegro“ setzt ungewöhnlich ein: Auf die kraftvollen Orchesterakkorde antwortet das Klavier mit kadenzartigen Passagen und brilliert mit Skalenläufen, Trillern und Arpeggien. Üblicherweise sind derlei Effekte am Satzende platziert. Beethoven spielt also mit Erwartungshaltungen und landet so gleich zu Beginn einen Überraschungscoup. Zugleich verschmilzt er den konzertanten Wettstreit mit symphonischen Formabläufen: Der herkömmliche Gegensatz von Tutti- und Solopassagen wird zwar nicht gänzlich aufgegeben, aber zugunsten einer steten Weiterentwicklung gemildert.

Das dreiteilige „Adagio un poco mosso“ verströmt eine tief romantische Atmosphäre; aufgrund der fein nuancierten Instrumentation kann man es auch als eine Art Klangstudie verstehen. Das finale Rondo („Allegro“) gestaltet Beethoven schließlich mit überraschenden harmonischen Wendungen, dynamischen Kontrasten und raffinierten Motivabwandlungen äußerst effektvoll. Als ob das Klavier zuvor Energien angestaut hätte, wirft es sich mit voller Verve in das tänzerische erste Thema. Das Orchester fällt in den ausgelassenen Jubel ein. Und unter verklingenden Paukenschlägen leitet das Tasteninstrument zum knappen, lakonisch anmutenden Schluss über.