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Bruch: Violinkonzert g-Moll, op. 26

Max Bruch

* 6. Januar 1838 in Köln, † 2. Oktober 1920 in Berlin

Violinkonzert g-Moll, op. 26

Entstehung: 1866
Uraufführung: 1868 in Bremen
Widmiung: Joseph Joachim (Solist der Uraufführung)
Spieldauer: ca. 25 Minuten

 

Heute spräche man wohl von einem One-Hit-Wonder. Dass wir uns an seinen Namen erinnern, verdankt Max Bruch einem einzigen Werk. Obwohl er Opern, Symphonien und Chorwerke geschrieben hatte, findet sich sein Name heute nahezu ausschließlich in Verbindung mit seinem ersten Violinkonzert auf den Spielplänen. Er habe mit seinen Kompositionen Geld für die Ausbildung der Kinder verdienen müssen. Deshalb sei er gezwungen gewesen, gefällige und leicht verständliche Werke zu schreiben, meinte Bruch einmal als quasi vorgreifende Entschuldigung dafür, dass er letztlich wenig Bleibendes hinterlassen hat.

Dass ausgerechnet dieses Konzert die Zeit überdauerte, hat Gründe. Es ist ein Paradestück für Geiger; die Solisten lieben es, da es technische Ansprüche und höchste Musikalität vereint. Passenderweise ist es ebenso wie das rund zehn Jahre später entstandene Violinkonzert von Johannes Brahms dem damals umjubelten Geiger Joseph Joachim gewidmet.

Der erste Satz ist formal recht frei gehalten und erinnert an eine Rhapsodie. Orchester und Solist begeben sich in ein Zwiegespräch, der Grundcharakter wechselt zwischen zart-lyrisch und energisch-virtuos. Zu Beginn stellen die Holzbläser das Hauptthema vor, und die Violine stimmt mit
einer mehrere Oktaven umfassenden Figur ein. Es folgt ein zweites sehr gesangliches Thema, ebenfalls vom Solisten gespielt.

Das folgende Adagio schließt nahtlos
an den ersten Satz an und ist voller Empfindung. Ein eingängiges Thema wird oft wiederholt. Manchen gilt dieser Satz als einer der schönsten in der gesamten romantischen Musikliteratur. Im schwungvollen und erfreulicherweise nicht eben Pathosfreien Finale schließlich kann sich das Können des Solisten vollends entfalten. Das Hauptthema mit seinen großen Sprüngen und Terzgriffen bleibt lange im Ohr.

Die Musik seiner populären Zeitgenossen Wagner, Reger oder Richard Strauss lehnte Bruch übrigens glattweg ab. Eine Haltung, die er mit Tschaikowsky teilte. Er war eben eher ein Bewahrer als ein Neuerer. Und ausgerechnet über dieses Konzert, das doch einzig sein ideelles Fortleben begründen sollte, urteilte Bruch später, es sei „entsetzlich populär geworden“. Wenn Popularität so klingt wie dieses Konzert, hätte Bruch gerne noch ein paar Wunder mehr komponieren können.