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Schubert: Symphonie Nr. 2 B-Dur, D 125

Franz Schubert

* 31. Januar 1797 in Lichtenthal bei Wien, † 19. November 1828 in Wien

Symphonie Nr. 2 B-Dur D 125

Entstehung: 1814/15
Uraufführung: 1881 in London
Spieldauer: 30 Minuten

 

Gerade einmal 18 Jahre alt war Schubert, als er seine zweite Symphonie zu Papier brachte. Er hatte in dieser Zeit Kompositionsunterricht bei Antonio Salieri, bei dem auch Beethoven schon gelernt hatte, und schuf dennoch ein Werk, das weit über alles Lehrbuchhafte hinaus ging. Unbekümmert, frisch und voller gesanglicher Passagen ist seine Anlage.

Eine Largo-Einleitung steht am Beginn des ersten Satzes: Strenge Bläserakkorde samt einem absteigenden Legato-Bogen in den Streichern. Das bewegte Hauptthema steht im klaren Kontrast dazu, der Akzent auf der zweiten Takt-Zählzeit bringt den Zuhörer ein wenig ins Schleudern. Ein zweites, gegensätzliches Thema wird vorgestellt. Und dann entsteht eine ganz eigene Dynamik, als wenn niemand die Entwicklung der musikalischen Gedanken aufhalten könnte. Die Musik spinnt sich immer weiter fort, wie von selbst.

Die Melodien des Andante lassen an Haydn erinnern, aber Schuberts individueller romantischer Gestus scheint schon auf. In diesem Satz zeigt sich, wie sehr er die Variationen-Technik beherrscht, in welcher er später eine wahre Meisterschaft entwickeln wird. Im Menuett überrascht dann ein feines, eingeschobenes Trio. Und ebenso wie die beiden Ecksätze korrespondieren auch diese beiden mittleren Sätze: Das Thema des langsamen Satzes taucht etwas gewandelt im Trio des dritten wieder auf.

Das Finale, sprüht dann nur so vor Ausgelassenheit. Die Gegensätze in der Dynamik sind sehr ausgeprägt, die Steigerungen sehr kraftvoll. Und die Folgerichtigkeit, mit der sich die Musik aus eigener Kraft voran bewegt, erinnert stark an den ersten Satz. Doch es sind vor allem die harmonischen Finessen, die den Blick über den Tellerrand der Klassik hinaus richten. Auf ein F-Dur folgt beispielsweise plötzlich ein Des-Dur. Das ist ungewohnt, und eigentlich erst für den späteren Schubert stilbildend. Man merkt also: Schubert will schon hier höher hinaus, er versucht, mit Humor, Ausgelassenheit und jugendlichem Übermut die herkömmlichen Dimensionen zu sprengen. Es sollte allerdings weit mehr als sechs Jahrzehnte dauern, bis sich die Öffentlichkeit in der Londoner Uraufführung von der Ausdruckskraft dieses frühen Werkes überzeugen konnte.