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Berlioz: Symphonie fantastique

Hector Berlioz

 * 1. Dezember 1803 in la Côte-St-André (Frankreich), † 8. März 1869 in Paris

Symphonie fantastique Op. 14

Entstehung: 1830 in Paris
Uraufführung: 5. Dezember 1830 im Conservatoire Paris
Erstdruck: 1845/46, Schlesinger, Paris und Berlin
Spieldauer: ca. 50 Minuten

 

Auch der Symphonie fantastique liegt die Liebe zugrunde. Berlioz widmete ihr nicht nur ein Lied-Zitat wie Dvořák, sondern das gesamte Werk. Man muss sich dessen Wirkung in der Tat revolutionär vorstellen: Zum ersten Mal will ein Komponist mit einer Symphonie eine konkrete Handlung ausdrücken. Er wählt ausdrücklich nicht die Opernform, stellt seinem Werk aber ein „Programm“ voran, das er „als gesprochenen Operntext“ verstanden wissen will, „der in die Musikstücke einführt“, so Berlioz. Es war die Geburtsstunde der für das 19. Jahrhundert so wichtigen Programmmusik.

Natürlich spielt hier das Vorbild Beethoven eine zentrale Rolle (etwa dessen 6. Symphonie für „Auf dem Lande“), doch Berlioz geht über dessen Symphonien hinaus. Die Instrumentation ist dank Harfen, Englischhorn, Glocken und vier Pauken für seine Zeit ungewöhnlich vielseitig; die fünf Sätze übertrumpfen die für eine Symphonie üblichen vier; und der musikalische Ausdruck vor allem im fünften Satz ist bahnbrechend.

In „Träumereien – Leidenschaften“ begegnet „ein junger Musiker“ zum ersten Mal einer Frau, die „alle Reize besitzt, die er sich von seiner Idealfrau immer erträumt hat“. Er verliebt sich sofort. Ein Thema, das in allen fünf Sätzen auftaucht, repräsentiert die Frau: Eine eher simpel gehaltene, aber eindrückliche Figur über C-Dur, die uns zum ersten Mal die Flöte vorstellt. Der Held besucht „Einen Ball“ – und immer wieder taucht das Bild der Frau vor seinem inneren Auge auf „und versetzt seine Seele in Aufruhr“. In der „Szene auf dem Lande“ spielen zwei Hirten ein Duett, es kommt heitere Ruhe und Gelassenheit auf. Doch auch Eifersucht, ein „Donnergrollen in der Ferne... Einsamkeit... Stille...“, so Berlioz, hinterlassen ihre Spuren. Im „Gang zum Schafott“ nimmt der Verzweifelte Opium, ihn überkommen Visionen: „Er träumt, dass er seine Geliebte getötet hat, dafür zum Tode verurteilt wird“, so Berlioz. Und dann der „Traum von einem Hexensabbat“ – ein chaotischer Reigen mit Gespenstern und Monstern. Ein wildes Stück Musik mit ein paar „Dies Irae“-Brocken am Schluss.

Was für Dvořák Josefine war, ist für Berlioz Harriet Smithson: Ebenfalls eine Schauspielerin, die Berlioz in jungen Jahren bewunderte. Nach der Symphonie fantastique heirateten sie. Jedoch blieb die Ehe unglücklich: Ein wahr gewordener Traum bedeutet eben nicht gleich pures Glück.